Social Media Potential entfalten: Die Tupperware Social DNA

Wie alles begann

1946 brachte Earl Tupper das erste Produkt auf den Markt, mit dem er den Grundstein für die heutigen farbenfrohen Küchenhelfer und Behälter legte. Die „Wunderschüssel“ war eine wasserdichte Vorratsdose mit Sicherheitsverschluss, in der sich Lebensmittel länger frisch hielten. Ein revolutionäres Produkt in einer Zeit, in der Kühlschränke nicht zur regulären Einrichtung eines Haushaltes gehörten (Quelle).

Der weltweite Erfolg von Tupperware Produkten ist jedoch nicht nur dem Produkt, sondern vor allem dem von Brownie Wise erfundenen Marketing- und Vertriebssystem zuzuschreiben. Anfang der 50er Jahre entwickelte sie die erste Form des Direktvertriebs zum Verkauf der Produkte im Kontext privater Hausparties (Quelle).

Der Erfolg veranlasste Earl Tupper, alle Produkte aus dem öffentlichen Verkauf zu nehmen. Das Timing hätte nicht besser sein können. In einer Zeit, in der sich die Rolle der Frauen hauptsächlich auf „Mutter und Hausfrau“ beschränkte, konnten sie über Tupperware finanzielle Unabhängigkeit erreichen. 1954 war Brownie Wise die erste Frau auf dem Titelbild der Business Week und gilt als Ikone der Pre-Feministischen Ära (Quelle).

Heute ist Tupperware ein internationales Unternehmen und vertreibt eine breite Palette an Produkten mit mehr als 13.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern. Deutschland ist neben Indonesien, USA und Mexiko einer der wichtigsten Absatzmärkte. Eine Erfolgsgeschichte sondergleichen, die auch in Zeiten der digitalen Transformation fortgeführt werden soll. Dieser Wandel wurde früh erkannt und von der Unternehmensleitung gut vorbereitet. In diesem FAZ-Artikel mit dem leicht führenden Titel Die Tupperparty trotzt dem Internethandel gibt Deutschland-Geschäftsführer Christian Dorner einen kleinen Einblick in die neue Strategie.

Das Social Media Potential

Stets stehen Menschen im Mittelpunkt der Tupperware Welt. Doch soziale Interaktionen finden heute zunehmend über Social Media statt. Tupperware Deutschland ist mit seiner eigenen Seite Vorreiter bei der Nutzung von Social Media. Die Tupperware-Facebook-Seite hat etwa 400.000 Fans mit guten Reichweiten und Interaktionsraten. Ausgewählte Produkte können mittlerweile im Onlineshop und sogar im Facebook-Online-Shop gekauft werden. Influencer-Kampagnen betonen die Nachhaltigkeit von Tupperware.

Das Projekt

Das Herz der Tupperware Welt ist und bleibt die Tupperparty. Daher ist neben der Arbeit in der Frankfurter Tupperware Zentrale die Arbeit der Bezirkshändler entscheidend. Social DNA durfte dabei helfen, dieses Potential zu entfalten.

Was glauben Sie, wie viele Beiträge es mit dem Hashtag #Tupperware auf Instagram gibt? Über zwei Millionen und stündlich werden es mehr. Unter diesen Beiträgen setzen sich hauptsächlich Konsumenten mit der Love-Brand Tupperware auseinander und zeigen ungewöhnliche Verwendungsmöglichkeiten, Rezepte oder Produkte. In Online-Video-Hauls stellen Nutzer, ganz in Party-Manager-Manier, Tupperware Produkte vor und erzielen damit sechsstellige Aufrufzahlen.

Auch unter den Bezirkshändlern finden sich sehr erfolgreiche Social Media Content Beispiele. Auffällig sind dabei die hohen Interaktionsraten. So erzielen Bilder von den Produkten in der Anwendung, Rezept-Posts als Facebook Slide-Shows oder selbst produzierte Video-Produktvorstellungen je Beitrag tausende Aufrufe und mehrere hundert Shares.

Einige Händler spielen die Klaviatur der sozialen Medien so gekonnt, dass sie über “Facebook Live” Produktpräsentationen organisieren.

Tupperware Live Teleshopping

Es war schnell klar, dass die wesentlichen Elemente für einen Erfolg durch die Bezirkshändler bereits existieren. Unser Ziel war es, das Potential von Social Media für alle Tupperware-Händler sichtbar und anwendbar zu machen. Dazu wurden die Tupperware-Händler durch Vorträge, Workshops und Social Media Guidelines durch das Tupperware Social Media Team und Social DNA unterstützt.

In mehreren Vorträgen in Deutschland und Österreich stellten wir den Bezirkshändlern erfolgreiche Strategien anderer Unternehmen vor, präsentierten die Ergebnisse unserer Analyse, verdeutlichten Best Practices und gingen auch auf die Möglichkeiten von Social Advertising ein.

In Vorbereitung eines zentralen Bezirkshändler-Events entstanden Social Media Guidelines inklusive Richtlinien bezüglich Kanal-Design und -Namensgebung. Auf dem Event wurden die Händler anschließend in mehreren Workshops weiter qualifiziert.

Ergebnisse

  • Etwa ein Dutzend Bezirkshändler haben nach Abschluss der Workshops neue Kanäle eröffnet.
  • Über 50 Bezirkshändler haben ihr Social Media Profil aktualisiert und gemäß der neuen Branding Richtlinien upgedatet.
  • Hunderte von neuen Beiträgen sind entstanden.
  • Insgesamt wurden innerhalb des ersten Monats nach den Workshops Interaktionen im fünfstelligen und Reichweiten im sechsstelligen Bereich generiert.

Gemäß der transformativen Weisheit von Curt Coffman „Culture eats Strategy for Lunch” lässt sich jedoch noch viel Wichtigeres festhalten: Bei Tupperware Deutschland hat ein echter kultureller Wandel eingesetzt. Bezirkshändler, Mitarbeiter der Zentrale sowie Partymanager haben ihre Begeisterung für Social Media Marketing entdeckt und ihre Aktivitäten deutlich intensiviert.

Zukünftig darf man einiges von Tupperware im Bereich Social Media erwarten.