Titelbild Grafik SMARTER MITTELSTAND – DIGITALISIERUNG 4.0

Zusammenfassung der Konferenz: Smarter Mittelstand - Digitalisierung 4.0

Etwa 500 Personen haben sich am 21.06.2018 im Rahmen der bundesweiten Initiative "smarter_mittelstand d1gitalisierung 4.0" zusammengefunden und beleben den 70er Jahre Charme der Frankfurter Jahrhunderthalle mit spannenden Gesprächen und Ideen zur Digitalisierung. Es geht um die Herausforderungen des deutschen Mittelstandes durch die Digitalisierung, Praxisbeispiele zu Virtual und Augmented Reality bis hin zu den Themen New Work und digitaler Markenführung im B2B.

 

Plenum: Alles auf Anfang, jeden Tag aufs Neue. Digitalisierung bedeutet Veränderung = lieber mehr gewinnen als schneller verlieren

Die Auftaktveranstaltung gibt Stefan Grimm, der sich selbst  als "Internet-Opa" bezeichnet und Partner bei Etribes, einer Unternehmensberatung mit Fokus auf Digitalisierung, ist. Daneben betreibt Grimm den Online-Marktplatz "Restposten.de".  Die zentrale Frage, die sich laut Grimm heute jeder Händler stellen muss ist:

"Warum sollten die Kunden heute noch bei uns einkaufen, wenn Sie das gleiche Produkt bei Amazon bestellen könnten? Was grenzt uns ab"

Amazons zentrales Anliegen sei Wachstum und nicht Profit. Dies zeige sich vor allem in den extrem hohen Investments in Forschung und Entwicklung. So investiert Amazon letztes Jahr 22,60 Mrd. $ gegenüber einem Investment von "lediglich" 524 Millionen € bei der Würth Gruppe.

Mit ca. 5 Mrd. $ liege ein erheblicher Teil des R&D Investments von Amazon auf dem Thema Content für Amazon Prime Video. Über diesen Weg werden Kunden in das Amazon Ökosystem gebracht, die dann nicht nur Videos konsumieren, sondern auch weitere Produkte kaufen.

 "When we win a golden globe, it helps us sell more shoes." - Jeff Bezos

Die Schachbrett-Legende

Grimm geht auf Andrew McAfeee ein, der die Digitalisierung mit der Legende des Schachbretts vergleicht: Wer jetzt nicht exponentiell denkt, droht unterzugehen. Die überraschende Schnelligkeit der technischen Entwicklungen illustriert er mit Hilfe des kürzlich viral gegangenen Anrufs einer Google AI zur Restaurantreservierung:

https://www.youtube.com/watch?v=pemOu9pi3ew

Die Schnelligkeit der disruptiven Innovationskraft digitaler Entwicklungen werde unterschätzt und führe zu einer Reserviertheit bezüglich wichtiger Investitionen in die Digitalisierung. "Uns geht es zu gut, daher haben wir es nicht eilig mit dem Investieren" hört man derzeit häufig in den Chefetagen. Durchaus selbstkritisch, aber dennoch inkonsequent. Wenn die Bereitschaft besteht zu investieren, dann nur falls sofort ein positiver Return on Investment entstehe. Wie soll man Fortschritte machen, ohne Risikobereitschaft, ohne Experimente, ohne Investitionen?

Falls wir an alten Strutkuren festhalten, werden wir abgehängt wie Toys"R"us oder Nokia. Ein anschaulicher Case, wie die Sanitärbranche durch den Reuter Badshop angegriffen wird, findet sich hier: The Great Denial.

 

Sanitaergroßhandel-Reuter Plakat
Abb. 1 - Ob das so eine gute Idee ist?

 

Plenum: Virtual. Augmented. Mixed. Datenbrillen im industriellen Umfeld

Thomas Winzer ist CEO der INOSOFT AG, einem Software-Systemhaus mit 70 Mitarbeitern aus Marburg. Herr Winzer erläutert zunächst den Unterschied von Virtual und Augmented Reality. Zu einer Abgrenzung der beiden Themen verweise ich an dieser Stelle gerne auf den gerade erschienen Artikel der Kollegen von Neon Gold Innovations "TRENDS IM HEALTHCARE MARKETING: VIRTUAL REALITY", die diesen Unterschied mit Beispielen aus dem Healthcare-Bereich sehr anschaulich erklärt haben.

Diese Beispiele scheinen noch weit von der Unternehmensrealität im deutschen Mittelstand entfernt zu sein. Herr Winzer nennt ganz konkrete Anwendungsbeispiele aus der B2B Praxis.

Anwendungsbeispiele aus der B2B Praxis

  • Einen digitalen Zwilling eines geplanten oder bereits bestehenden Gebäudes generieren, um dann beispielsweise zu überprüfen, ob alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden
  • Bei Reparaturarbeiten oder Werkzeugwechseln die Bauteile digital markieren und dadurch die komplizierte Aufgabe erleichtern
  • Der virtuelle Blick über die Schulter: Servicemitarbeiter können zum Kunden fahren und durch den Inhouse-Support begleitet werden.

https://youtu.be/lEtvIzMz7KA?t=19s

Forum: Besser arbeiten: Work Hacks für eine lernende
Organisation in der digitalen Transformation

Einen spannenden Einblick in den Arbeitalltag beim VoIP Telefonanbieter Sipgate liefert Marianna Tensi. Bei Sipgate ist alles auf eine moderne und agile Arbeitsweise ausgelegt. Viele interessante Beispiele finden sich auf dem Unternehmens-Blog unter Life at Sipgate. Daily Standups, Interne Barcamps, Cross-funktionale Teams, Pairing - kaum ein New-Work-Buzzword wird hier ausgelassen. Wer sich tiefer über diese Themen informieren möchte, dem sei der exzellente Podcast "On the Way to New Work" ans Herz gelegt. In diesem Podcast beschäftigen sich Michael Trautmann, Gründer & Chairman der thjnk AG und Christoph Magnussen, Gründer & CEO von Blackboat, wöchentlich mit modernen Arbeitsmethoden. In dieser Folge finden Sie den Sipgate Gründer Tim Mois im Interview:

https://soundcloud.com/onthewaytonewwork/49-tim-mois

Recruiting ohne Führungskräfte

Besonders interessant ist es, wie Sipgate mit dem Thema Bewerbungen umgeht. So wird im Anstellungsprozess komplett auf Führungskräfte verzichtet. Im so genannten Peer-Recruing entscheidet das jeweilige Team, ob Verstärkung gebraucht wird und kann gemeinsam mit der "HR-Abteilung" Stellen ausschreiben. Sind die Bewerber einmal ausgewählt, werden alle Gespräche gemeinschaftlich geführt. Jeder der an dieser Stelle nicht weiterkommt, bekommt ein ausführliches, persönliches Feedback. Für die erfolgreichen Bewerber ist ein Probearbeiten dann selbstverständlich. Nach dem Probearbeiten wird dann im Team entschieden, ob die Person eingestellt wird. Das gilt übrigens auch für Kündigungen: Das Team muss entscheiden, wenn es doch nicht passt und muss dementsprechend auch das unangenehme Kündigungsgespräch gemeinsam durchführen.

Plenum: Die Marke im digitalen Zeitalter: Basis oder Ballast?

Maik Hofmann, Managing Director der hauser lacour kommunikationsgestaltung gmbh, zitiert eine Studie unter B2B Marketingentscheidern in Deutschland zur Wichtigkeit einer Marke. Das Besondere: In den letzten drei Jahren habe die Erkenntnis der Wichtigkeit einer Marke im B2B stark zugenommen, aber die Bereitschaft zur Aktivität hat aus verschiedenen Gründen abgenommen. Und wieder hören wieder eine ähnliche Aussage wie im ersten Plenum: Die Bereitschaft strategischer Investments in Marketing fehle in Deutschland. Andere Themen kommen zuerst: "Das Dringliche bestimmt das Wichtige". Danke DSGVO ;-).

Nun geht Hofmann auf Amazon und die Amazon Basic Produkte ein. Diese differenzieren sich nur über den Marktzugang, Lieferzeiten und den Preis. Was bleibt also anderen Herstellern an Argumenten? Die Differenzierung über die Marke. Für Hofmann funktioniert dies über emotionales Storytelling mit Bewegtbild und einer konsequenten Anwendung der Markeninhalte auf alle Touchpoints.  Hofmann bringt ein Beispiel eines Videos seiner Agentur für das B2B Unternehen SEEPEX:

https://www.youtube.com/watch?v=wH2jQA9sfcs

Die Takeaways

  • Die Plattformökonomie macht auch vor dem B2B-Geschäft nicht halt
  • Digitalisierung und Globalisierung lassen nur Platz für starke Marken
  • Die Marke ist ein ganzheitliches Erlebnis, bei dem auch viel unbewusst passiert
  • Markenaufbau ist ein langfristiges Thema und sollte in einem Zeithorizont über sechs Monate geplant werden
  • Der Share of Voice zur Marke sollte muss immer über dem aktuellen Marktanteil liegen

 


Überraschende Wege Ihre Zielgruppe auf Social Media anzusprechen

Was denken Sie, wie viele Personen aus Ihrer Zielgruppe gerade frisch verliebt sind? Vielleicht würden Sie Ihrer Zielgruppe auch gerne ein kleines Geburtstagsgeschenk machen und einen Shop-Discount schenken? Auf Facebook und Instagram haben Sie die Möglichkeit dazu, indem Sie im Werbeanzeigenmanager verschiedene Targetingoptionen miteinander kombinieren. Auf folgendem Weg können beispielsweise Unternehmen aus der Biotechnologiebranche ihre Zielgruppe ansprechen: Lebensereignis: „Haben im Mai Geburtstag“ in Kombination mit „Arbeitet als Labortechniker“ und „Interesse an Biotechnologie“.

Aber nicht nur auf Facebook gibt es überraschende Wege ihre Zielgruppe anzusprechen. Wussten Sie, dass Sie auf Twitter einzelne Accounts „targeten“ können? Sie könnten beispielsweise Influencer aus Ihrem Bereich identifizieren und eine Liste von 20 sehr relevanten Twitter-Profilen erstellen. Wenn Sie einen echten Mehrwert für diese Zielgruppe bereitstellen und diesen aufbereiten, haben Sie die Chance relevante Multiplikatoren von ihrer Kampagne, ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung zu überzeugen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass diese Influencer ihre Inhalte auch noch an ihr eigenes Netzwerk weiterleiten. Der Clou: Mit einer derartig spitzen Zielgruppe benötigen sie lediglich ein minimales Mediabudget.

Auch auf LinkedIn bieten sich interessante Möglichkeiten ihre Zielgruppen zu erreichen. Vielleicht möchten Sie der Belegschaft eines zu akquirierenden Unternehmens ihre Marke vorstellen? Dann haben Sie die Möglichkeit über den LinkedIn Werbeanzeigenmanager alle Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens in ihre Zielgruppe aufzunehmen und diese mit einem Sponsored Post anzusprechen.

Diese 3 kleinen Beispiele stellen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten der verschiedenen Social Media Plattformen dar. Wir helfen Ihnen auch dabei Retargeting und Zwillingszielgruppen in Zeiten der DSVGO einzusetzen.

Und wie erreiche ich nun Verliebte auf Facebook? Sprechen Sie mich an!

#unlockingpotentials #socialdna #admagic

Nemo Tronnier
Geschäftsführer Social DNA GmbH

n.tronnier@social-dna.de
+49 171 2134157


Diese 10 Fehler begehen Agenturen bei Social Media Strategien

Als ich meine erste Social Media Strategie konzipierte war ich noch grün hinter den Ohren. Kurz nach Abschluss meines Studiums der Sozialwissenschaften bekam ich in meinen ersten Agenturjob die Aufgabe eine Social Media Strategie für eine öffentliche Institution zu erstellen. Nach einem kurzen Briefingtermin durch den Marketingleiter machte ich mich an die ausführliche Recherchearbeit und wälzte jegliches Material, das mir intern und extern zur Verfügung gestellt wurde. In meinem Kopf entstand nach und nach ein Bild davon, wie sich diese Organisation in Social Media positionieren sollte. Innerhalb von zwei Wochen entstand ein 30-seitiges, sehr textlastiges Word-Dokument. Dieses sollte ich in zwei Terminen vor der Geschäftsleitung und dem Marketingteam präsentieren. Die Geschäftsleitung reagierte „wohlwollend“, ganz im Gegensatz zum Marketingteam, welches die Strategie letztendlich operativ umsetzen sollte…

„Warum wurde uns nicht Bescheid gesagt?“, „Warum wurde ich nicht befragt?“, „Wie funktioniert dieses Xing überhaupt?“, Wer soll das denn alles lesen?“ Dafür haben wir doch gar keine Zeit!“ waren nur einige der Aussagen, die ich mir fairerweise anhören musste.

Welche Fehler hatte ich begangen?

  1. Keine Einbeziehung der Stakeholder
  2. Kein Fokus auf die Umsetzbarkeit
  3. Das Team auf Kundenseite nicht ausreichend empowert
  4. Zu langes und kompliziertes Dokument
  5. Keine Integration in weitere Marketingmaßnahmen

 

Nach acht Jahren Berufserfahrung im Bereich Social Media Marketing und der Erstellung von etwa einem Dutzend nationaler und internationaler Social Media Strategien kann ich retrospektiv feststellen, dass der Strategieansatz nicht komplett falsch war, jedoch zwei sehr wichtige Aspekte unbeachtet blieben: Die tatsächliche Unternehmensrealität, sowie die Einbindung von Mitarbeitern und Geschäftsleitung.

Ein interessanter Kontrast; bei meiner bisher umfassendsten Social Media Strategiebegleitung dauerte der Prozess vier Monate und wir integrierten über 100 Personen aus verschiedenen Unternehmensbereichen und Tochtergesellschaften. Es entstanden mehrere Dokumente und Trainingsmodule, doch der Kern der internationalen Strategie war „lediglich“ ein visuell ansprechendes Handbuch mit zehn Seiten. Diese Organisation versteht Social Media mittlerweile als ein Teil ihrer DNA. Kaum eine Marketingkampagne wird ohne Social Media gedacht und ein messbarer Return on Investment (ROI) wurde erreicht.

Weitere Fehler bei Social Media Strategien anderer Agenturen

Neben meinen oben geschilderten Fehlern, bemerke ich häufig folgende Mängel an den Social Media Strategien anderer Agenturen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

  1. Keine Orientierung an den übergeordneten Unternehmenszielen
  2. Keine übergreifende Messbarkeit des Erfolgs
  3. Ungenügende Beschreibung der Zielgruppen sowie der Wege diese zu erreichen
  4. Kanalstrategien statt Social Media Strategien
  5. Missachtung der Social Media Realität (Organische Reichweiten werden zunehmend irrelevant)

Falls Sie sich für eine Analyse oder ein Update Ihrer bestehenden oder die Konzeption einer neuen Social Media Strategie interessieren, dann nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

In diesem Sinne #failforward #neverstop #socialdna

Nemo Tronnier
Geschäftsführer Social DNA GmbH

n.tronnier@social-dna.de
+49 171 2134157