Podcasts: Eine Goldgrube für Werbetreibende?

1. Rasant wachsender Markt für Medien und Werbung

Podcasts? Das sind doch diese abonnierbaren Radiosendungen, oder? Genau, es sind Interviews, Reportagen, Talkformate oder ähnliche Beiträge, die als Audiodatei im Internet heruntergeladen oder gestreamt werden können und derzeit immer beliebter werden. Laut der ARD-nahen Studie "Spot On" haben in Deutschland im Jahr 2017 insgesamt 10 Millionen Menschen regelmäßig Podcasts gehört. Das sind 15 % der Bevölkerung. Tendenz steigend. Das hat vor allem zwei Gründe. Erstens, die Inhalte sind sowohl oft sehr breit als auch inhaltlich interessant und zweitens, sie sind einfach zugänglich. Was früher gute Magazine waren, sind heute Podcasts. Es ist außerordentlich bequem, Informationen zu hören, statt zu lesen. Und das, wann und wo immer man will. Laut derselben Studie hören rund 73 % aller Hörer ihre Lieblingsformate auf mobilen Geräten wie Smartphones.

Wo Reichweiten steigen, kann Werbung nicht weit sein - und so ist es: Podcast Werbung ist ein rasant wachsender Markt. Das noch junge Medienformat ist derzeit eines der smartesten Tools für Werbetreibende. Dafür gibt es drei zentrale Gründe: Es lassen sich spezifische Zielgruppensegmente sehr gezielt ansprechen, die Aufmerksamkeit beim Hören ist sehr hoch und vor allem: die Werbung hat wegen der oft engen Bindung der Hörer an die Inhalte eine hohe Glaubwürdigkeit. Werbetreibende haben dabei außerdem noch einen "Early Mover"-Vorteil. Der Markt ist im Gegensatz zu Printmedien noch nicht gesättigt, es gibt noch sehr viel Platz nach oben. Doch von was handeln Podcasts eigentlich und wie unterscheiden sie sich voneinander?

2. Erfolgreiche deutsche Podcasts

Thematisch decken Podcasts alles ab, was zuvor nur die Magazinvielfalt am Bahnhofskiosk konnte. Von Gaming über Sport bis hin zu Comedy, Philosophie oder Technologiethemen. Während in den USA der Markt bereits in voller Blüte steht, hinkt Deutschland zwar noch hinterher, doch auch hierzulande gibt es bereits etliche erfolgreiche Podcasts, die es in puncto Beliebtheit mit Formaten wie "The Daily" von der "New York Times" durchaus aufnehmen können. Einer der wohl beliebtesten deutschen Podcasts ist "Fest & Flauschig" von Comedian Jan Böhmermann und dem Musiker Olli Schulz. Er wird auf dem Musikstreaming-Dienst Spotify gehostet und ist laut Su Holder, Redakteurin und Sidekick von "Fest & Flauschig", mit Hunderttausenden Hörern weltweit der erfolgreichste von allen 12.000 Podcasts, die auf Spotify angeboten werden. Inhaltlich geht es hier um witzige Plaudereien über Politik und Gesellschaft.

Aufstrebend, wenn auch nicht mit Hörerzahlen im sechsstelligen Bereich, ist auch "Fußball MML" von Autor Micky Beisenherz, Sky-Moderator Maik Nöcker und Journalist Lucas Vogelsang. Mit einer wöchentlichen Reichweite von rund 40.000 Hörern pro Folge gehört das vom Pay-TV-Sender Sky betriebene Format zu einem der unterhaltsamsten im Sport-Segment. Der "Unique Selling Point" sind hier vor allem der Sprachwitz und die rhetorischen Schlagabtäusche zwischen Beisenherz und Vogelsang. Führend im Mediensegment ist mit rund 50.000 HörerInnen pro Folge der "Brand Eins"-Podcast des gleichnamigen Wirtschaftsmagazins aus Hamburg. Die Sendung steht für gute Recherchen und spannenden Journalismus. Er ist besonders beliebt unter 20 bis 45-jährigen. Im Bereich Digitales Marketing hat sich Philipp Westermeyer mit dem "OMR Podcast" einen Namen gemacht. Das firmeneigene Format der Plattform für "Marketing-Macher" dreht sich vorwiegend um die digitale Welt, aber auch um Themen, die Westermeyer persönlich interessieren. Zu guter Letzt können wir den Podcast "On the Way to New Work" empfehlen. Darin beschäftigen sich die Unternehmer Michael Trautmann und Christoph Magnussen mit modernen Arbeitsmethoden.

https://soundcloud.com/detektorfm-wort/das-brand-eins-magazin-zum-horen-schwerpunkt-neue-arbeit?in=detektorfm-wort/sets/das-brand-eins-magazin-zum

3. "Audioaktive Trendsetter" und "Eifrige Traditionalisten": Wichtige Podcast-Zielgruppen

So unterschiedlich wie die Themen der Podcasts sind auch ihre Zielgruppen. Eine genaue Kenntnis über sie ist für jede effektive Werbung unabdingbar. Mit einem werbetechnischen Gießkannenprinzip lässt sich nämlich nichts erreichen. Auch wenn sich die Zielgruppe von Podcast zu Podcast unterscheidet, gibt es ein paar beachtenswerte allgemeine Hörer-Daten. Tendenziell sind der ″Spot On‶-Studie zufolge 2/3 aller Hörer jünger als 50 Jahre. Das konnte auch die etwas jüngere OMR-Studie aus dem Sommer 2018 bestätigen. Die Mehrheit ist nicht nur sehr jung, sondern auch hochgebildet. 73,7 % sind zwischen 21 und 35 Jahre alt. Das Geschlechterverhältnis ist ausgeglichen und liegt bei ca. 50/50. Rund 90 % der Studienteilnehmer haben Abitur oder einen Hochschulabschluss. Besonders interessant für Werbetreibende könnte sein, dass die meisten Hörer überdurchschnittlich medientreu sind: 87 % hören sie mehrmals in der Woche, fast 50 % sogar täglich. Der Grund: Podcasts haben eine exakte Zielgruppenansprache. Die ″Spot On‶-Studie unterscheidet zwischen vier Typen, die hier kurz aufgelistet werden.

1. "Audioaktive Trendsetter" (zwischen 14 und 29 Jahre alt, Mittleres Haushaltsnettoeinkommen (HHNE), interessiert an Unterhaltung und Lifestyle)
2. "Anspruchsvolle Querdenker" (zwischen 30 und 49 Jahre alt, hohes HHNE, interessiert an Religion, Sport und Freizeit)
3. "Erfolgsorientierte Influencer" (zwischen 30 und 49 Jahre alt, hohes HHNE, interessiert an Wirtschaft, Nachrichten und Politik)
4. "Eifriger Traditionalist" (50 Jahre und älter, hohes HHNE, interessiert an Information und Unterhaltung)

Mit diesem Wissen wird Werbung vielversprechend. Wie wirksam sie aber wirklich ist, erfahren Sie im letzten Punkt.

4. Warum Podcast Werbung sinnvoll ist und welche Wirkung sie hat

Podcast sind eine digitale Goldgrube für Werbetreibende. Denn die Akzeptanz von Werbung ist hier so hoch wie kaum sonst in der Medienbranche. Dass rund 50 % einverstanden sind damit, wenn Produkte beworben werden, liegt wohl auch daran, dass die meisten Hörer wissen, dass ihre geliebte Sendung so weitgehend kostenfrei bleiben kann. Zu beachten ist aber, wie die Werbung geschaltet wird. Wenn nämlich die Werbung vom Macher oder Host persönlich eingesprochen wird, was nicht unüblich ist, liegt die Akzeptanz laut der OMR-Studie sogar bei 81 %. Das muss nicht mal gezwungen klingen und fügt sich meistens sehr dynamisch in den jeweiligen Inhalt ein. Dadurch entsteht auch ein besseres Vertrauensverhältnis. Technisch gibt es drei Möglichkeiten, einen Werbespot zu platzieren: zu Beginn, in der Mitte oder am Schluss des Podcasts. Im Fachjargon ist vom sogenannten "Pre-Roll", "Mid-Roll" oder "Post-Roll" die Rede. Hier ein Hörbeispiel für ein "Pre-Roll".

https://soundcloud.com/podstars/preroll-mit-ubergang

Marketingverantwortlichen sei demnach sehr ans Herz gelegt, auf eigens produzierte Werbespots zu verzichten. Das ist nicht nur effektiver, sondern spart womöglich auch noch Kosten. Doch nun die Gretchenfrage: Welche Wirkung hat Podcast Werbung? Auch hier hält die OMR-Studie vielversprechende Daten bereit. Rund 32 % haben auf Basis einer Werbung die jeweilige Webseite des beworbenen Produkts oder der Dienstleistung besucht und 13 % haben etwas gekauft. Hier unterscheiden sich aber auch die Genres voneinander. Beim Comedy-Podcast von Böhmermann und Schulz haben 11 % beworbene Produkte gekauft. Generell entscheiden sich auf Kulturpodcasts rund 16 % zum Kauf. Die wahren Sieger sind aber Podcasts mit entsprechenden Business-Themen und vor allem Digitales Marketing. Hier entscheiden sich durchschnittlich ein Viertel aller Hörer zum Kauf.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Für Marketer werden Podcasts immer wichtiger und sollten einen Platz im Digitalen Marketing Mix eingeräumt bekommen. Podcast Werbung wird nicht nur weitgehend akzeptiert, sondern ist auch äußerst effektiv. Und weil Podcasts in Deutschland ein noch junges Medienformat sind, haben Sie auch noch einen Early-Mover-Vorteil. Wir freuen uns auf einen Austausch.


Social DNA Blog Titelbild 10. Deutsches Wirtschaftsforum Digitalisierung

Zusammenfassung des 10. Deutschen Wirtschaftsforum: Wie gelingt Digitalisierung in Europa?

Am 15.11.2018 lud die Zeit Verlagsgruppe, mittlerweile im 10. Jubiläumsjahr, zum Deutschen Wirtschaftsforum ein. Das Event trägt den gleichermaßen wünschenswerten wie sperrigen Titel „Digitalisierung, Wirtschaft & Demokratie – auf dem Weg zu einem wettbewerbsfähigen Europa“. Weil auch wir uns sehr stark mit diesen Themen, sowohl für uns selbst aber auch für unsere Partner und Kunden beschäftigen, fiel die Entscheidung zur Teilnahme recht schnell. Die Convent Gesellschaft für Kongresse (Zeit Verlagsgruppe) hat es geschafft ein prominentes Line-Up an Akteuren der deutschen Gründerszene und Digitalwirtschaft zu versammeln.

Für uns besonders interessante Köpfe: Christoph Bornschein von TORBEN, LUCIE UND DIE GELBE GEFAHR (TLGG), Georg Kofler, bekannt aus „Die Höhle der Löwen“ und nun Social Media Unternehmer, sowie Laura Rudas, Mitarbeiterin des geheimnisumwobenen Big-Data Startup-Unicorns Palantir. Auf ihre Sichtweisen und Denkanstöße waren wir besonders gespannt. An manchen Stellen haben wir die reine Berichterstattung um unsere Sichtweiten ergänzt. Diese Passagen sind durch die kursive Formatierung zu erkennen.

 

Das Betriebssystem der Ökonomie hat sich verändert

Der erste Keynote Speaker ist Christoph Bornschein, Mitgründer und Geschäftsführer von TORBEN, LUCIE UND DIE GELBE GEFAHR (TLGG). Die Digitalagentur aus Berlin wurde 2008 gegründet und ist schnell zu einem der großen Player im Bereich Social Media Marketing aufgestiegen. Mittlerweile betreibt TLGG ein Büro in New York und beschäftigt sich auch verstärkt mit strategischen Themen.

Christopher Bornschein, TLGG, 10. Deutsches Wirtschaftsforum
Abb.2 Christoph Bornschein, TLGG, 10. Deutsches Wirtschaftsforum

Bewaffnet mit Kapuzenpulli, und schnellem Kopf legt er den Finger schnell in die digitale Wunde Europas. Das Betriebssystem der Ökonomie habe sich verändert, so Bornschein. Europa sei nicht in der Lage gewesen, sich intellektuell vom Maschinenbau zu entfernen. Von den Top 15 Unternehmen weltweit sind null europäisch. Von den Top 200 sind es lediglich sieben. Das Europa der Gartenzäune solle sich keine Sorgen machen, dass zu viele Flüchtlinge zu uns kommen, sondern dass wir ein Museum für chinesische Touristen werden.

Die Beschleunigung der chinesischen Wirtschaft getrieben durch Digitalisierung sei bizarr, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass China erst seit 2015 zu den großen Volkswirtschaften gehöre. Zur Illustration führt Bornschein das chinesische Unternehmen SenseTime an. Das wohl wertvollste Startup für künstliche Intelligenz investiere mehr in das Thema KI als alle Europäischen Länder zusammen. Wie man am FC Bayern sehen könne, führt die Akkumulation von Kapital meist zum Erfolg. Europa müsse aufpassen, denn der Code hinter erfolgreichen Software-Anwendungen transportiere seine Werte in die Welt.

Viele Experten sind sich einig, dass wir mittlerweile in einer Plattformökonomie leben und der Kampf um die Vorherrschaft im Bereich B2C verloren ist. Viele suchen die Antwort in B2B-Plattformen, doch auch hier sei Europa bereits im Hintertreffen, so Bornschein. Über alle Industrien hinweg betreibe das Silicon Valley systematische Disruption (siehe auch Abb. 1).

Die Competetive Europe Association und ganz viel Geld

Wie genau wir diesen Herausforderungen entgegnen können, weiß auch Bornschein nicht. Doch er macht Vorschläge. Der Staat müsse sich mehr einmischen. Wir müssten Technologiefeindlichkeit bekämpfen und die richtigen Rahmenbedingungen für Digitalisierung schaffen. Dies ginge einerseits durch schnellere Umsetzung von Gesetzen (Stichwort Telemedizin) und anderseits durch die Bereitstellung von Geld. Viel Geld.

Über die Finanzierung hinaus, plädiert Bornschein für mehr Multilateralismus und Multistakeholderdialog. Gemeinsam mit Convent (Zeit Verlagsgruppe) hat TLGG daher die „Competitive Europe Association“ gegründet. Die „Competitive Europe Association“ will ein Think Tank sein, der die Kreation eines einheitlichen Europäischen Digitalmarktes fördert. Bornscheins Schlussplädoyer: Jetzt sei die wichtigste Zeit Europas, in der sich entscheidet, ob utopische oder dystopische Szenarien Realität werden.

Christoph Bornschein hat aus unserer Sicht direkt zu Beginn des Events wichtige Fragen gestellt und spannende sowie unangenehme Fakten zum Zustand der Wettbewerbsfähigkeit Europas aufgezeigt. Mit Blick über den Atlantik oder nach Asien müssen wir uns als Europäer fragen, wie unsere gemeinschaftlich gestaltete Form der Digitalisierung aussehen soll. Und zwar solange wir noch die Chance dazu haben, diese mitzugestalten, bevor wir mit einem digital zementierten Wertesystemen konfrontiert werden, in dem wir nicht leben wollen.

In der anschließenden Panel-Diskussion mit Simone Menne, Mitglied des Aufsichtsrats der BMW AG und der Deutschen Post, sowie Frank Bsirske dem Vorsitzenden von ver.di, werden die Ideen Bornscheins weiter diskutiert.

Das Inventar des Möglichen: Digitalisierung und Automation

Frau Menne betont, dass die Plattformen Monolithen seien, die auf der Idee einiger wenigen Personen basieren und alle nach einem bestimmten Prinzip funktionieren. Auch diese Plattformen unterlägen den konstanten gesellschaftlichen und technischen Veränderungen. Kurz gesagt, auch Facebook oder Amazon verschwinden laut Menne wieder. Sie glaubt an das europäische Potential, die „zweite Welle“ der Digitalisierung zu dominieren, wenn wir uns darauf ausrichten.

ver.di-Chef Bsirske betont die Gefahren der neuen Technik in Bezug auf Arbeitnehmerrechte. Die technischen Entwicklungen veränderten das Inventar der Möglichkeiten. So gäbe es seiner Kenntnis nach bei Amazon Abmahnungen aufgrund digitaler Protokolle. Lagermitarbeiter trügen ein Band um das Handgelenk, welches messe, wie konstant und häufig sich Mitarbeiter bewegen. Ein Mitarbeiter habe wegen zweimaliger Inaktivität innerhalb von 5 Minuten eine Abmahnung bekommen.

Die spannende Aussage von Frau Menne, dass auch Facebook und Google noch scheitern können, wird in der heutigen Diskussion zur Digitalisierung selten gehört. In den Erzählungen von Herrn Bsirske erkennen wir, dass das dystopische Potential der Digitalisierung bereits an manchen Orten Realität geworden ist. Auch hier stellt sich die Frage, wie wir unsere Arbeit und unser Leben in Zeiten der Digitalisierung gestalten wollen.  Menschen wie Roboter zu messen und zu behandeln zählt definitiv nicht dazu.

Outfittery Gründerin kritisiert die Höhle der Löwen

Anna Alex, die Gründerin von Outfittery und der „Löwe“ Dr. Georg Kofler, Ex-CEO von ProSieben, später Premiere und nun Investor und Unternehmer, diskutieren über die aktuellen Herausforderungen von Gründern in Deutschland.

Outfittery ist ein smarter Online-Versandhandel, der sich auf individuell zusammengestellte Kleidungsboxen für Männer spezialisiert hat. Knapp 60 Millionen US-Dollar Wagniskapital wurde in mehreren Finanzierungsrunden in das deutsche Vorzeige-Startup investiert. Die Profitabilität von Outfittery wird immer wieder hinterfragt und so kann man ahnen, dass die Gründerin positive wie negative Erfahrungen mit Investoren vorzuweisen hat.

Die Empfehlungen von Anna Alex an Neugründer: Habt nicht so viel Angst, nehmt euch einfach mal ein Jahr zum Ausprobieren und überlegt euch gut, welche Investition ihr annehmt. Manchmal lohne es sich einige Monate zu warten und das Geld dann selbst aufzubringen. Ihre größte Kritik an Gründungsinvestitionen in Deutschland ist, dass zu wenig in Startups investiert wird, die noch nicht profitabel sind und noch einige Jahre Forschung und Entwicklung benötigen.

Auch an „Die Höhle der Löwen“ übt Anna Alex Kritik. Es werde ein falsches Bild vermittelt: Der arme Startup-Gründer müsse betteln gehen und aufpassen nicht zerfleischt zu werden. Gründer und Investoren sollten, wie in der Realität, eher auf Augenhöhe agieren.

Kofler entgegnet, dass „die Höhle der Löwen“ (DHDL) nah an der Realität sei. In DHDL würde er die gleichen Fragen stellen, wie im echten Leben. Generell zieht er ein sehr positives Fazit, da die Sendung unternehmerische Innovation fördere und Unternehmertum von einer kapitalistischen Negtivaura befreie.

 

Anna Alex, Outfittery und Dr. Georg Kofler, Social Chain Group, 10. Deutsches Wirtschaftsforum
Abb.2 Anna Alex, Outfittery und Dr. Georg Kofler, Social Chain Group, 10. Deutsches Wirtschaftsforum

Der ultimative Tipp damit Deutschland eine Gründernation wird

Kofler plädiert für eine „Sonderwirtschaftszone“. Investoren soll ein steuerlicher Anreiz geboten werden in digitale Unternehmen zu investieren. Gleichzeitig sollten junge Unternehmen in den ersten drei Jahren Sonderrechte genießen, wie etwa Erleichterungen bei Einstellungen und Kündigungen.

Anna Alex fordert, wie auch Christoph Bornschein, dass wesentlich mehr Kapital für Gründer bereitgestellt werden solle. Gegen Ende der Veranstaltung lässt sich der Moderator noch ein Rollenspiel einfallen. Die Gründerin von Outfittery soll Dr. Georg Kofler „roasten“, also ihm kritische Fragen zu seinem neuen Unternehmen stellen.

Die größte Wette der deutschen Digitalwirtschaft

Die Social Chain Group, will reichweitenstarke Social-Media-Kanäle, eine Social Media Agentur und E-Commerce intelligent miteinander vernetzen. Der Moderator zitiert die Schlagzeile, dass die Firma Social Chain Group die größte Wette der deutschen Digitalwirtschaft sei. Anna Alex will wissen, wie dieses Geschäftsmodell funktionieren soll? Koflers Social Chain Group will sich über organische Reichweiten und eigene Influencer unabhängiger gegenüber einzelnen Plattformen wie Facebook oder Google machen und weniger in Paid Media investieren. Mithilfe der eCommerce Plattformen will er sich wiederum unabhängig von Amazon machen. Die Social Chain Agentur könne dann bei der Umsetzung der Kampagnen unterstützen.

Wie er dies denn bewerkstelligen will, hakt Frau Alex kritisch nach, die Reichweiten seien doch wahrscheinlich eher gering? Irgendwo müsse man ja mal anfangen, so Kofler. Mit der Social Chain Group habe er die Möglichkeit einen neuen TV-Sender in Social Media zu bauen. Mit ProSieben ist ihm bereits ähnliches gelungen.

Wir denken, dass eine gesteigerte Investition in Early-Stage Digitalprodukte sinnvoll sein kann. Eine reine Druckbetankung mit Geld ergibt bei vielen Startups allerdings keinen Sinn und könnte den Markt unnötig überhitzt (DotCom Blase). Auf jeden Fall können der Gründungsprozess und die Rahmenbedingungen für Startups weiter verbessert werden. Wir sind sehr gespannt, ob Herr Dr. Kofler mit seinem aktuellen “Experiment” erfolgreich sein wird. Wir glauben, dass dieser Transfer nur gelingen kann, wenn die drei Unternehmen intensiv miteinander vernetzt werden und eine starke gemeinsame Kultur entsteht. Um dies zu erreichen ist viel Know-How in den Bereichen Strategie, Social Media und Leadership vonnöten.

Palantir Technologies – das geheimnisumwobenste Milliarden-Startup der Welt

Laura Rudas war seit fünf Jahren auf keiner Bühne mehr und ist laut Moderator Palantirs leitende Vertriebskraft in Europa. Sie selbst bezeichnet sich als Exotin unter Exoten. Geboren als Tochter eines bekannten Wiener Psychiaters war Laura Rudas zunächst mehrere Jahre sehr erfolgreich in der Österreichischen Politik tätig. Trotz beachtlichen Erfolgen, entschloss Sie sich 2014 für ein zweites Studium in Stanford, um dann in das Silicon Valley zu gehen und bei Palantir Technologies zu arbeiten. Ein exotischer Werdegang, der dem von Palantir-Chef Alex Karp in nichts nachsteht. Dieser entschloss sich wiederum von Stanford an die Universität Frankfurt zu kommen und bei dem berühmten deutschen Soziologen Jürgen Habermas zu promovieren.

Ebenso exotisch wie die Mitarbeiter ist der Ruf des gesamten Unternehmens. Palantir Technologies ist ein so genanntes Einhorn. Ein Startup dessen Bewertung im zweistelligen Milliardenbereich schwankt. Einer der ersten Investoren war der streitbare Peter Thiel, der gemeinsam mit Elon Musk und anderen PayPal gründete.

Geschäftsmodell und Kunden von Palantir?

Palantir analysiert große Datenmengen (Big Data) und macht diese für eine Vielzahl verschiedener Unternehmen nutzbar. Das Unternehmen ist besonders für zwei Softwareprojekte bekannt: Palantir Gotham wird von Anti-Terror-Analysten in Behörden und dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten verwendet. Palantir Metropolis findet Verwendung bei Hedgefonds, Banken und Finanzdienstleistern (Quelle). Mittlerweile ist das Unternehmen auch für eine Reihe von Kunden in Deutschland tätig. So ist derzeit die hessische Polizei in der Kritik, die Software einzusetzen. Ebenfalls bekannt ist eine strategische Partnerschaft mit Merck.

Die häufige mediale Kritik an Palantir sei ein Resultat der schlechten Eigen-PR, so Rudas. Das Unternehmen bestehe bei insgesamt etwa 1.000 Mitarbeitern zu 80% aus Ingenieuren. Laura Rudas betont die egalitären Eigenschaften von Palantir. Im Gegensatz zu anderen großen Technologieanbietern aus dem Silicon Valley, stelle Palantir seine Software und das Know-How uneingeschränkt europäischen Unternehmen zur Verfügung und unterstütze so vor allem traditionelle Unternehmen dabei, mit der Digitalisierung Schritt zu halten.

Gibt es Ethik bei Palantir?

Laura Rudas ist eine Verfechterin davon, dass die Politik regeln setzen sollte. Viele andere Unternehmen im Silicon Valley stellten ihre eigene Ethik über die der jeweiligen Parlamente. Dies kritisiert die erfahrene Politikerin und hebt europäische Tugenden hervor. Der Kampf um die B2C-Plattformen sei zwar an die USA und China verloren haben, aber bei dem Thema Industrieplattformen, beispielsweise im Bereich Healthcare, könne Europa punkten. Unternehmen und Mitarbeiter seien hier sehr gut aufgestellt und breit ausgebildet. Wo wir uns ein Stück abschneiden können? Sich zu fokussieren und das perfekte Software-Produkt zu bauen. Das sei eine amerikanische Stärke.

Wir hatten einen sehr spannenden und aufschlussreichen Veranstaltungstag auf dem 10. Deutschen Wirtschaftsforum in Frankfurt. Viele wichtige Gespräche wurden geführt und Themen diskutiert, die uns hoffentlich zu einem wettbewerbsfähigeren Europa im Sinne der Digitalisierung führen. Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, wenn wir beim Thema Digitalisierung mitreden und mitgestalten möchten. Wir müssen die Weichen rechtzeitig legen, um nicht von den USA und Asien uneinholbar abgehängt zu werden. Es liegt an uns.


Nemo Tronnier und Carmelo Russo, Social DNA, Frankfurt

Unsere DNA - Strategieberatung für Social Media

Im Mai 2018 haben wir, Carmelo Russo und Nemo Tronnier, in Frankfurt am Main die Social DNA GmbH gegründet. Als Strategieberatung für Social Media Marketing und Digital Advertising helfen wir unseren Kunden, ihr digitales Potenzial zu entfalten.

 

Warum eine Strategieberatung für Social Media und Digital Advertising?

„Mediennutzung in Deutschland: Digital schlägt TV“ oder „Digitale Transformation: Darum müssen Marketingchefs jetzt umdenken“… Im Jahr unserer Gründung spiegelt sich der Wandel des Marketings in vielen Schlagzeilen wider. Dabei wächst der Bereich Social Media am schnellsten. Wieso? Aufgrund des Fokus auf Mobile Marketing, den Stärken im Bereich der Zielgruppendefinition, nicht werblich wirkenden Inhalten sowie des effizienten Einsatzes von Werbebudgets, verknüpft mit einer detaillierten Messbarkeit.

Nach wie vor haben viele Unternehmen keine digitale oder „Social DNA“. Wir helfen unseren Kunden dabei Social Media nachhaltig und erfolgreich für Marketing, Vertrieb und Personalwesen einzusetzen.

Was machen wir anders?

Social Media Marketing muss als Disziplin im Unternehmen verankert werden, um langfristig erfolgreich zu funktionieren. Wir verbinden den strategischen Ansatz einer Unternehmensberatung mit den operativen Stärken einer Werbeagentur. Dadurch machen wir strategische Outputs direkt messbar, minimieren Risiken und schaffen Sicherheit bei der Implementierung von Social Media in Unternehmen.

Social Media Marketing ist sehr komplex und verändert sich in einer hohen Geschwindigkeit. Aktuell treibt die Branche beispielsweise das Problem der sinkenden organischen Reichweiten von Unternehmensseiten um. Aus diesem Grunde setzen wir unter anderem auf die Stärken von Social Advertising und Employee Advocacy. Ohne Berücksichtigung dieser technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, kann man keine zielführenden Maßnahmen ergreifen.

Nemo Tronnier und Carmelo Russo, Social DNA

Gleiches gilt für die organisationale Ebene. Eine Strategie ist nur so gut, wie die Mitarbeiter, die sie ausführen. Daher sind unsere Markenwerte: Einfachheit, Empowerment und Wertschöpfung - unser Versprechen lautet „Unlocking Digital Potentials“.

Was macht uns aus?

Wir wollen unseren Kunden helfen ihr Potenzial voll zu entfalten und auf diese Art und Weise gemeinsam richtungsweisende Erfolge generieren. Dabei sind eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie geteilte Ziele und die Erfüllung von Werten wie Toleranz und Nachhaltigkeit essentiell.

Unser Versprechen #UnlockingPotentials gilt nicht nur unseren Kunden, sondern auch unseren Mitarbeitern. Jeder Kollege wird individuell gefördert und bekommt neben persönlichem Coaching durch die Gründer auch die Möglichkeit externe Schulungen zu besuchen. Neben dem attraktiven Standort und der befreiten Startup-Atmosphäre mit vielen Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, bieten wir eine Roadmap für die berufliche Entwicklung mit klaren Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zum Besitz von Firmenanteilen.

Nicht zuletzt liegt es uns am Herzen, einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft auszuüben. Im Social Impact Lab unterstützen wir soziale Startups durch Pro Bono Beratung. Darüber hinaus spenden wir jährlich ein Prozentgesamten Umsatzes. Auch die Mitarbeiter können darüber entscheiden und sich sozial engagieren.

Unser Netzwerk

Kennengelernt haben wir,  die Social DNA Gründer, uns bei LINGNER.COM, der führenden B2B Social Media Agentur Deutschlands. Auch heute noch ist LINGNER.COM ein starker Partner. Gemeinsam entstehen 360 Grad Kampagnen, emotionale Bewegtbilder oder gezielte Webanwendungen.

Während der Zeit bei LINGNER.COM hat sich eine besondere Affinität zur Healthcare und Life Science Branche entwickelt. Aus diesem Grund ist Social DNA auch Teil der der Healthcare Shapers, dem größten Beraternetzwerk für die Gesundheitswirtschaft in Deutschland.

Außerdem sind wir Mitglied im Bundesverband Digitale Wirtschaft und Mitglieder im B2B Expertenkreis bei Facebook.

Kennenlernen

Bei potentiellen Neukunden führen wir zunächst ein ausführliches Telefonat, um uns gegenseitig kennenzulernen und die ersten Fragen zu klären. Abgestimmt auf die individuellen Anforderungen erstellen wir im Anschluss eine Präsentation, die wir persönlich im kostenlosen Ersttermin präsentieren.

Wir freuen uns über eine Kontaktaufnahme an hello@social-dna.de  oder einen der vielen weiteren Kanäle.

Nemo Tronnier, Social DNA

Nemo Tronnier

  • Fasziniert von den Möglichkeiten des Internets seit der Nutzung des 56K-Modems in Papas Arbeitszimmer
  • Begeisterte Nutzung der ersten Social Media Plattformen (StudiVZ und Facebook) und konsequente Ausrichtung des Studiums auf Digitalthemen.
  • Aufbau des Bereichs Social Media und Sammlung von Erfahrungen im Bereich Online Marketing bei der Digitalagentur die.interaktiven
  • Betreuung von Weltmarktführern im B2B-Bereich und Sammlung von Führungserfahrung bei LINGNER.COM
  • Gründung der Social DNA GmbH als Strategieberatung für Social Media Marketing und Digital Advertising

„Im Studium war ich fasziniert von den ersten Social Media Anwendungen. In meinem ersten Job habe ich einem sehr skeptischen Publikum Social Media nahebringen wollen.  In meiner letzten Station betreute ich Weltmarktführer, die plötzlich dringend eine Social Media Strategie brauchten. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit Social Media in jedem Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der übergeordneten Ziele leisten können. Dafür müssen sich beide Seiten einbringen.“

Carmelo Russo, Social DNA

Carmelo Russo

  • Fühlt sich auf den sehr dynamischen Social Media Plattformen zu Hause und genießt die ständig wechselnden Möglichkeiten und Anforderungen für das Marketing
  • Betreuung von Weltmarktführern im B2B-Bereich und Sammlung von Beratungserfahrung auf Senior Level bei LINGNER.COM
  • Gründergeist im Blut mit hoher Affinität zum Unternehmertum und der Umsetzung großer Pläne
  • Gründung der Social DNA GmbH als Strategieberatung für Social Media Marketing und Digital Advertising

„Das Thema Digitalisierung steckt noch in den Kinderschuhen. Das darin noch schlummernde Potenzial für alle Unternehmensbereiche aber auch für unseren Lebensalltag insgesamt ist enorm. Ich freue mich darauf, mit Social DNA und unserer Expertise im Bereich Social Media und Digital Advertising einen Beitrag zur Digitalisierung im Marketing vieler Unternehmen zu leisten.“


Social DNA Mitglied Helthcare Shapers

Wir sind Healthcare Shapers - Partner im größten Beraternetzwerk der Deutschen Gesundheitswirtschaft

Wir, die Social DNA Gründer und Geschäftsführer Nemo Tronnier und Carmelo Russo, sind nach einem mehrstufigen Auswahlprozess als Partner in das exklusive Netzwerk der Healthcare Shapers aufgenommen worden und freuen uns darauf, unsere Social Media und Digital Marketing Expertise aus der langjährigen Branchenerfahrung im Healthcare-Bereich einbringen zu dürfen.

Gegründet wurde das Netzwerk im Oktober 2013 an der European Business School im Rheingau. Aus diesen Anfängen ist heute mit über 50 aktiven Partnern das größte Beraternetzwerk in der deutschen Gesundheitswirtschaft erwachsen. Weltweit umfasst das Netzwerk derzeit über 350 assoziierte Experten.

Alle Healthcare Shapers Mitglieder verfügen über eine hohe Reputation in ihrem Fach und haben sich in einem intensiven Auswahlprozess qualifiziert. Social DNA wird sich intensiv mit den erfahrenen Mitgliedern vernetzen und von ihnen lernen. Für unsere Kunden bieten wir dadurch einen Zugriff auf Berater, die sowohl fachlich als auch methodisch alle Facetten der Gesundheitswirtschaft adressieren.

Hier geht es zur offiziellen Pressemitteilung: Exklusivität + Aktivität – Wie sich das größte Beraternetzwerk der Deutschen Gesundheitswirtschaft strategisch für die Digitalisierung aufstellt.


Smarter Mittelstand - Konferenz zum Thema Digitalisierung 4.0

Zusammenfassung der Konferenz: Smarter Mittelstand - Digitalisierung 4.0

Etwa 500 Personen haben sich am 21.06.2018 im Rahmen der bundesweiten Initiative "smarter_mittelstand d1gitalisierung 4.0" zusammengefunden und beleben den 70er Jahre Charme der Frankfurter Jahrhunderthalle mit spannenden Gesprächen und Ideen zur Digitalisierung. Es geht um die Herausforderungen des deutschen Mittelstandes durch die Digitalisierung, Praxisbeispiele zu Virtual und Augmented Reality bis hin zu den Themen New Work und digitaler Markenführung im B2B.

 

Plenum: Alles auf Anfang, jeden Tag aufs Neue. Digitalisierung bedeutet Veränderung = lieber mehr gewinnen als schneller verlieren

Die Auftaktveranstaltung gibt Stefan Grimm, der sich selbst als "Internet-Opa" bezeichnet und Partner bei Etribes, einer Unternehmensberatung mit Fokus auf Digitalisierung, ist. Daneben betreibt Grimm den Online-Marktplatz "Restposten.de". Die zentrale Frage, die sich laut Grimm heute jeder Händler stellen muss, ist:

"Warum sollten die Kunden heute noch bei uns einkaufen, wenn Sie das gleiche Produkt bei Amazon bestellen könnten? Was grenzt uns ab?"

Amazons zentrales Anliegen sei Wachstum und nicht Profit. Dies zeige sich vor allem in den extrem hohen Investments in Forschung und Entwicklung. So investiert Amazon letztes Jahr 22,60 Mrd. $ gegenüber einem Investment von "lediglich" 524 Millionen € bei der Würth Gruppe.

Mit ca. 5 Mrd. $ liege ein erheblicher Teil des R&D Investments von Amazon auf dem Thema Content für Amazon Prime Video. Über diesen Weg werden Kunden in das Amazon Ökosystem gebracht, die dann nicht nur Videos konsumieren, sondern auch weitere Produkte kaufen.

 "When we win a golden globe, it helps us sell more shoes." - Jeff Bezos

Die Schachbrett-Legende

Grimm geht auf Andrew McAfeee ein, der die Digitalisierung mit der Legende des Schachbretts vergleicht: Wer jetzt nicht exponentiell denkt, droht unterzugehen. Die überraschende Schnelligkeit der technischen Entwicklungen illustriert er mit Hilfe des kürzlich viral gegangenen Anrufs einer Google AI zur Restaurantreservierung:

https://www.youtube.com/watch?v=pemOu9pi3ew

Die Schnelligkeit der disruptiven Innovationskraft digitaler Entwicklungen werde unterschätzt und führe zu einer Reserviertheit bezüglich wichtiger Investitionen in die Digitalisierung. "Uns geht es zu gut, daher haben wir es nicht eilig mit dem Investieren" hört man derzeit häufig in den Chefetagen. Durchaus selbstkritisch, aber dennoch inkonsequent. Wenn die Bereitschaft besteht zu investieren, dann nur falls sofort ein positiver Return on Investment entstehe. Wie soll man Fortschritte machen, ohne Risikobereitschaft, ohne Experimente, ohne Investitionen?

Falls wir an alten Strukturen festhalten, werden wir abgehängt wie Toys"R"us oder Nokia. Ein anschaulicher Case, wie die Sanitärbranche durch den Reuter Badshop angegriffen wird, findet sich hier: The Great Denial.

 

Sanitaergroßhandel-Reuter Plakat
Abb. 1 - Ob das so eine gute Idee ist?

 

Plenum: Virtual. Augmented. Mixed. Datenbrillen im industriellen Umfeld

Thomas Winzer ist CEO der INOSOFT AG, einem Software-Systemhaus mit 70 Mitarbeitern aus Marburg. Herr Winzer erläutert zunächst den Unterschied von Virtual und Augmented Reality. Zu einer Abgrenzung der beiden Themen verweise ich an dieser Stelle gerne auf den gerade erschienen Artikel der Kollegen von Neon Gold Innovations "TRENDS IM HEALTHCARE MARKETING: VIRTUAL REALITY", die diesen Unterschied mit Beispielen aus dem Healthcare-Bereich sehr anschaulich erklärt haben.

Diese Beispiele scheinen noch weit von der Unternehmensrealität im deutschen Mittelstand entfernt zu sein. Herr Winzer nennt ganz konkrete Anwendungsbeispiele aus der B2B Praxis.

Anwendungsbeispiele aus der B2B Praxis

  • Einen digitalen Zwilling eines geplanten oder bereits bestehenden Gebäudes generieren, um dann beispielsweise zu überprüfen, ob alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten wurden
  • Bei Reparaturarbeiten oder Werkzeugwechseln die Bauteile digital markieren und dadurch die komplizierte Aufgabe erleichtern
  • Der virtuelle Blick über die Schulter: Servicemitarbeiter können zum Kunden fahren und durch den Inhouse-Support begleitet werden.

https://youtu.be/lEtvIzMz7KA?t=19s

Forum: Besser arbeiten: Work Hacks für eine lernende
Organisation in der digitalen Transformation

Einen spannenden Einblick in den Arbeitsalltag beim VoIP Telefonanbieter Sipgate liefert Marianna Tensi. Bei Sipgate ist alles auf eine moderne und agile Arbeitsweise ausgelegt. Viele interessante Beispiele finden sich auf dem Unternehmens-Blog unter Life at Sipgate. Daily Standups, Interne Barcamps, Cross-funktionale Teams, Pairing - kaum ein New-Work-Buzzword wird hier ausgelassen. Wer sich tiefer über diese Themen informieren möchte, dem sei der exzellente Podcast "On the Way to New Work" ans Herz gelegt. In diesem Podcast beschäftigen sich Michael Trautmann, Gründer & Chairman der thjnk AG und Christoph Magnussen, Gründer & CEO von Blackboat, wöchentlich mit modernen Arbeitsmethoden. In dieser Folge finden Sie den Sipgate Gründer Tim Mois im Interview:

https://soundcloud.com/onthewaytonewwork/49-tim-mois

Recruiting ohne Führungskräfte

Besonders interessant ist es, wie Sipgate mit dem Thema Bewerbungen umgeht. So wird im Anstellungsprozess komplett auf Führungskräfte verzichtet. Im so genannten Peer-Recruing entscheidet das jeweilige Team, ob Verstärkung gebraucht wird und kann gemeinsam mit der "HR-Abteilung" Stellen ausschreiben. Sind die Bewerber einmal ausgewählt, werden alle Gespräche gemeinschaftlich geführt. Jeder der an dieser Stelle nicht weiterkommt, bekommt ein ausführliches, persönliches Feedback. Für die erfolgreichen Bewerber ist ein Probearbeiten dann selbstverständlich. Nach dem Probearbeiten wird dann im Team entschieden, ob die Person eingestellt wird. Das gilt übrigens auch für Kündigungen: Das Team muss entscheiden, wenn es doch nicht passt und muss dementsprechend auch das unangenehme Kündigungsgespräch gemeinsam durchführen.

Plenum: Die Marke im digitalen Zeitalter: Basis oder Ballast?

Maik Hofmann, Managing Director der hauser lacour kommunikationsgestaltung gmbh, zitiert eine Studie unter B2B Marketingentscheidern in Deutschland zur Wichtigkeit einer Marke. Das Besondere: In den letzten drei Jahren habe die Erkenntnis der Wichtigkeit einer Marke im B2B stark zugenommen, aber die Bereitschaft zur Aktivität hat aus verschiedenen Gründen abgenommen. Und wieder hören wir eine ähnliche Aussage wie im ersten Plenum: Die Bereitschaft strategischer Investments in Marketing fehle in Deutschland. Andere Themen kommen zuerst: "Das Dringliche bestimmt das Wichtige". Danke DSGVO ;-).

Nun geht Hofmann auf Amazon und die Amazon Basic Produkte ein. Diese differenzieren sich nur über den Marktzugang, Lieferzeiten und den Preis. Was bleibt also anderen Herstellern an Argumenten? Die Differenzierung über die Marke. Für Hofmann funktioniert dies über emotionales Storytelling mit Bewegtbild und einer konsequenten Anwendung der Markeninhalte auf alle Touchpoints. Hofmann bringt ein Beispiel eines Videos seiner Agentur für das B2B Unternehen SEEPEX:

https://www.youtube.com/watch?v=wH2jQA9sfcs

Die Takeaways

  • Die Plattformökonomie macht auch vor dem B2B-Geschäft nicht halt
  • Digitalisierung und Globalisierung lassen nur Platz für starke Marken
  • Die Marke ist ein ganzheitliches Erlebnis, bei dem auch viel unbewusst passiert
  • Markenaufbau ist ein langfristiges Thema und sollte in einem Zeithorizont über sechs Monate geplant werden
  • Der Share of Voice zur Marke sollte immer über dem aktuellen Marktanteil liegen

 


Lars Ingerslev, VP International Sales & Business Development at Smarp, Employee Advocacy

Warum Nokias Pleite Startups fördert. Interview mit Lars Ingerslev vom Employee Advocacy Tool Smarp.

Eine immer höhere Zahl von Social Media Nutzern, sinkende Reichweiten von Unternehmensseiten, schwindendes Vertrauen und Toleranz von direkter Werbung… Derzeit gibt es viele Gründe auf Employee Advocacy zu setzen. In unserem letzten Artikel haben wir die Grundlagen von Employee Advocacy erklärt. In diesem Artikel sprechen wir mit Lars Ingerslev, Vice President International Sales & Business Development bei Smarp, einer marktführenden Softwarelösung um Employee Advocacy im Unternehmen zu institutionalisieren. Was uns an Smarp gut gefällt: Sehr einfache Bedienbarkeit, Messbarkeit aller Aktivitäten der Mitarbeiter, Nutzbarkeit als internes Magazin / Newsfeed und Konformität mit Anforderungen von Datenschutz und Betriebsrat. Mit Lars sprechen wir über spannende Startups, die internationale Verbreitung von Employee Advocacy, die Zukunft von Smarp und warum die Pleite von Nokia auch etwas Gutes hatte. Als Bonus gibt uns Lars noch ein paar Tipps, wie man am besten mit Employee Advocacy startet.

Lars, in deinen eigenen Worten: Was ist die Vision von Smarp?

Smarp möchte der primäre Ort sein, an dem Mitarbeiter eines Unternehmens professionelle Inhalte finden und teilen. Um das zu erreichen, haben wir einen internen Content Hub geschaffen, der den richtigen Inhalt zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Mitarbeiter bringt.

Wie bist du dahin gekommen, wo du heute bist und was ist dein hauptsächlicher Fokus bei Smarp?

Bevor ich im April 2015 zu Smarp kam, habe ich mehr als zehn Jahre in leitenden Positionen im Bereich Online Recruiting und Social Media verbracht. Unter anderem war ich bei MatchWork, Monster und LinkedIn tätig. Zu Smarp bin ich gekommen, weil ich daran glaube, dass interne Wissensvermittlung, Employee Advocacy und Employee Engagement der Schlüssel für den Erfolg einer Organisation in den Bereichen Mitarbeiterbindung, Employer Branding, Business Development und Sales sind.

Warum ist Employee Advocacy im Moment so wichtig für viele Unternehmen?

Unternehmen stehen heute vor drei wesentlichen Herausforderungen, die Smarp adressiert:

Kommunikation: Die interne Kommunikation basiert meist noch auf Intranet und E-Mail. Dadurch verpassen viele Mitarbeiter wichtige Informationen. Andere sind komplett vom Informationsfluss abgeschnitten und sind nicht in der Lage ihr Wissen weiterzugeben. Allgemein ist die Kommunikation zu sehr Top-Down ausgerichtet. Smarp hilft Mitarbeitern dabei Content zu kuratieren und nach individuellen Interessen auszuwählen, um so für den einzelnen Mitarbeiter den größten Nutzen zu schaffen.

Engagement: Lediglich 13% der Arbeitnehmer weltweit sind engagiert in ihrem beruflichen Alltag. Informierte Kollegen zeigen ein deutlich höheres Engagement. Mit Smarp können Mitarbeiter relevante Inhalte von anderen Mitarbeitern konsumieren und gleichzeitig die wesentlichen Inhalte der gesamten Organisation mitbekommen.

Markenaufbau: Das Vertrauen in Marken und Unternehmen ist auf einem Tiefpunkt. Mitarbeiter sind jedoch eine unerschöpfliche Ressource an Authentizität und Vertrauenswürdigkeit. Deren Netzwerke zu nutzen ist die Kernkompetenz von Smarp. Smarp bricht Wissenssilos auf und trägt zu einer gut informierten Belegschaft bei. Kundige Mitarbeiter tragen das Potenzial in sich auch unternehmensextern als Markenbotschafter für das Unternehmen aufzutreten.

Wie verbreitet ist Employee Advocacy auf einem internationalen Level? In welchen Ländern wird Employee Advocacy bereits stark genutzt und in welchen Ländern siehst du noch ein großes Wachstumspotential?

Wir beobachten im Moment ein starkes Wachstum von Employee Advocacy in allen Ländern. In Europa sehen wir Länder wie Finnland (Smarp‘s Heimatland), Dänemark, Schweden, Frankreich, Schweiz, Niederlande, Großbritannien und auch zunehmend Deutschland als führend an.
Die USA und Kanada sind zweifelsohne die reifsten Märkte. Auch in Asien bemerken wir gerade eine zunehmende Nachfrage.

Welche Branchen eignen sich in besonderem Maße für Employee Advocacy?

Ich denke die Frage ist falsch gestellt, da Unternehmen aller Branchen besser bei der internen Kommunikation, dem Mitarbeiterengagement und dem Markenaufbau werden müssen. Wir haben tolle Beispiele aus der Baubranche, im Banking, Chemie, Management und IT Consulting aber natürlich auch Recruitment Services und Softwareentwicklung.

Die Frage ist eher wie Smarp einer Organisation, abhängig von ihrer Größe, helfen kann. Für Unternehmen mit um die 1.000 Mitarbeitern haben wir tolle Cases, wie Smarp, neben den weiteren Employee Advocacy Kernfunktionen, das traditionelle Intranet abgelöst hat.

Größere Organisationen können einen noch höheren Nutzen durch Smarp erzielen, indem Sie ihre Inhalte effizienter als bisher an die jeweiligen Mitarbeiter verteilen und dabei keine Rücksicht auf Ländergrenzen, Sprachen oder Geschäftsbereiche nehmen müssen. Das kann enorm viel Zeit sparen und die Anzahl interner E-Mails reduzieren und somit enorme Auswirkungen auf die Produktivität haben.

Welche Startups schaust du dir im Moment an? Welche Startups sind eine Inspiration für Smarp?

Weltweit aber auch in den Nordics gibt es derzeit extrem viele spannende Startups. Ich schaue immer genau auf die Führungsmannschaft des jeweiligen Startups, da ich glaube, dass Führung erfolgsentscheidend ist, egal wie gut ein Produkt ist. Startups die ich mir derzeit genau anschaue sind Mulesoft (US Unicorn), Zendesk (DK), Paradox (SE) und Naava (FI), aber auch Unternehmen wie Storytel (SE) und iZettle (SE – kürzlich von PayPal gekauft).

Was denkst du über die aktuelle Startup-Szene in Finnland und Europa

In einem Startup zu arbeiten ist heute viel attraktiver als noch vor 10 Jahren. Dadurch können Startups mehr Talente einstellen und Großes erreichen. Finnland und insbesondere Helsinki sind nach dem Niedergang von Nokia durch eine starke Phase der Transformation gegangen und hat dadurch mittlerweile eine spannende Startup-Szene voller kompetenter und talentierter Kollegen.

Wo geht die Reise hin für Smarp?

Wir arbeiten in einem extrem dynamischen Umfeld, von daher ist es schwer die Zukunft vorherzusagen. Was man aber sagen kann ist, dass wir innerhalb der letzten drei Jahre von 15 auf 70 Mitarbeiter gewachsen sind. Wir haben gerade in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 4,2 Millionen € von VC Nauta Capital aufgenommen und werden damit weitere Mitarbeiter in unserer Zentrale in Helsinki sowie in Stockholm und London aufbauen. Gemeinsam werden wir weiter daran arbeiten die zu Anfang genannte Vision zu verwirklichen: DER primäre Ort sein, an dem Mitarbeiter eines Unternehmens professionelle Inhalte finden und teilen.

Letzte Frage: Was sind deine besten drei Tipps, wenn ein Unternehmen mit Employee Advocacy durchstarten möchte?

Da kann ich dir sogar ein paar mehr Tipps liefern 😊. In dem diesem Blogbeitrag (Englisch), listen wir sechs Schritte zu einem effektiven Employee Advocacy Programm auf.

Am wichtigsten: Achtet darauf die Mitarbeiter immer an die erste Stelle zu rücken und fokussiert euch auf das „Warum“ und nicht auf das „Was“.

 

Vielen Dank für das spannende Interview, Lars!


Reichweitenverbesserung mit Employee Advocacy

Employee Advocacy - Wie entfalten Sie das Potential Ihrer Mitarbeiter für Marketing und Vertrieb?

Mit Employee Advocacy machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Markenbotschaftern in den sozialen Medien. Mitarbeiter schaffen dabei Reichweite für Unternehmensbotschaften auf Social Media Netzwerken wie LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram oder XING. Je nach Unternehmensziel entstehen direkte Geschäftskontakte, Abschlüsse oder Bewerbungen. Employee Advocacy ist eine win-win Situation, da nicht nur das Unternehmen, sondern auch die beteiligten Mitarbeiter davon profitieren.

Employee Advocacy ist derzeit ein Trendthema in den Marketingabteilungen vieler Unternehmen. Laut einer Untersuchung durch die Altimeter Group 2016 ist seit 2013 das Interesse an Employee Advocacy um 191% gestiegen. Laut der Studie 2018: The Year of Social Advocacy In The Workplace erkennt über die Hälfte der befragten Führungskräfte das Potential, doch erst 10% haben ein strategisches Employee Advocacy Programm implementieren können. Selbst die traditionsreiche NZZ greift das Thema auf und titelt: Alle arbeiten jetzt im Marketing.

Employee Advocacy als logische Konsequenz

Für den Anstieg von strategischen Employee Advocacy Projekten, auch im DACH Raum, gibt es gute Gründe:

  1. Die organische Reichweite von Unternehmensprofilen auf Social Media Plattformen sinkt kontinuierlich. Wenn Sie beispielsweise 10.000 Facebook Fans haben und einen Beitrag veröffentlichen, sehen diesen in der Regel nur ein Bruchteil - zwischen 200 und 600 -ihrer Fans. Grund dafür ist die zunehmende Konkurrenz im Newsfeed und die Monetarisierung der Reichweite durch die Sozialen Netzwerke.
  2. Soziale Netzwerke wie LinkedIn und Facebook, aber vor allem die Menschen an sich, bevorzugen Inhalte von persönlichen Profilen. Sie würden ja auch eher der Empfehlung eines Freundes folgen, als der Werbung des jeweiligen Unternehmens, oder?
  3. Die gestiegene Social Media Nutzung Ihrer Mitarbeiter. So nutzen je nach Studie zwischen 46% und 90% aller Deutschen ein Soziales Netzwerk und haben dabei allein auf Facebook im Schnitt 342 Kontakte. Rechnet man dieses hoch auf die Anzahl der eigenen Mitarbeiter, bei denen es im Unterschied zu Unternehmensprofilen nicht zu so großen Reichweiteneinschränkungen kommt, dann erkennt man schnell das ungenutzte Potential.
  4. Die aktuellen Entwicklungen durch die DSGVO und das EuGH Urteil könnten das Thema Employee Advocacy weiter befeuern, da vor allem die Unternehmensprofile und weniger die Personenprofile der Mitarbeiter ins Visier der Behörden und Abmahner geraten.
  5. Verschiedene Statistiken belegen den Erfolg von Employee Advocacy. So ist die Generierung eines Leads über ein Mitarbeiterprofil laut IBM sieben Mal wahrscheinlicher im Vergleich zu anderen Leadgenerierungstaktiken. Hier finden Sie eine Liste dieser und weiterer Statistiken zu Employee Advocacy.
  6. Vor allem aus den USA finden sich viele B2B und B2C Beispiele wie Unternehmen Employee Advocacy erfolgreich einsetzen: Von Deloitte über United Airlines zu Mastercard und weiteren Beispielen.

Employee Advocacy Fails

Employee Advocacy kann verschiedene Ausprägungen annehmen. Im Kern geht es aber immer darum ihre Mitarbeiter zu empowern und die richtigen Botschaften zu senden. Der Fokus liegt hier auf „richtigen“. Eine unstrukturierte Herangehensweise an Employee Advocacy kann negative Effekte haben. So ist es schon vorgekommen, dass ein wohlwollender Mitarbeiter das Gewinnspiel seines Arbeitgebers über sein privates Profil veröffentlicht hat, ohne die Teilnahmebedingungen zu nennen, woraufhin das Unternehmen abgemahnt wurde. Auch haben schon des Öfteren Mitarbeiter unter den Beiträgen der Konkurrenz Werbung für Ihr Unternehmen gemacht, ohne sich als Mitarbeiter zu erkennen gegeben haben. Auch dies ist ein abmahnfähiger Verstoß.

Wir müssen den Mitarbeitern also Richtlinien, Hilfestellungen und auch klare Regeln im Umgang mit den Sozialen Medien mitgeben. Diese werden klassischerweise in Social Media Guidelines manifestiert. Viele Unternehmen besitzen schon Social Media Guidelines. Diese sollten im Rahmen der Employee Advocacy Initiative angepasst werden.

https://www.youtube.com/watch?v=39voE3hbdhA 

Video: Beispiel Social Media Tipps von ZF

Ein weiterer Stolperstein ist die Qualität der durch Mitarbeiter geteilten Inhalte. Ein hochgeladener Flyer mit vier verschiedenen Schriftarten, mehreren URLs und nicht auf die Größe des jeweiligen Posting-Formates zugeschnittenem Format, ist in der Regel nicht förderlich, wenn man als qualitativ hochwertiges Unternehmen wahrgenommen werden möchte. Schreibt der Mitarbeiter noch eine sehr werbliche Nachricht dazu, die nicht zu seinen sonstigen Inhalten passt, dann ist der Katastrophen-Post perfekt.

Es gibt viele Stolpersteine im Bereich Social Media, von denen ich hier nur wenige genannt habe. Der oben geschilderte Fall ließe sich durch regelmäßige Trainings und das zur Verfügung stellen von hochwertigem Content beheben. Hierfür gibt es verschiedene Employee Advocacy Tools, die dabei helfen könnten Inhalte zentral und strukturiert zur Verfügung zu stellen.

Wie starte ich ein Employee Advocacy Projekt?

Nachdem der Entscheidungsprozess in Ihrem Unternehmen pro Employee Advocacy ausgefallen ist, sollten sie selbstverständlich zunächst ihre Strategie festlegen. Darin sollten Sie Ziele, KPIs, Zielgruppen, Inhalte sowie Zuständigkeiten und Prozesse definieren. An dieser Stelle sollten Sie auch Social Media Guidelines erarbeiten oder aktualisieren.

Danach bietet es sich an, Employee Advocacy zunächst in einem Pilotprojekt mit einer ausgewählten Gruppe zu starten und erste Erfahrungen zu sammeln, bevor Sie unternehmensweit ausrollen. Sie könnten hierzu entweder eine repräsentative Gruppe zusammenstellen oder bereichsweise vorgehen.

Praktisch sollten Sie darauf achten, dass Ihr Unternehmensprofil auf der jeweiligen Plattform up-to-date ist. Ihre Advocates werden damit verbunden sein und es auch als eine Anlaufstelle für Content betrachten. Gerade auf Xing oder LinkedIn besteht häufig das Problem, dass die Mitarbeiter das falsche Unternehmen mit ihrem Profil verknüpft haben.

Nachdem das Unternehmensprofil und die richtigen Verbindungen stehen, sollten Sie sich um die Profile Ihrer Mitarbeiter kümmern. Diese können visuell und inhaltlich aufgewertet werden, um ihrer Strategie zu entsprechen. Unterschätzen Sie diese Aufgabe nicht. Auf LinkedIn gibt es beispielsweise an die hundert Angaben, die auf einem privaten Profil gemacht werden können. Hier entscheiden auch Kleinigkeiten, wie der Profilspruch.

Wenn Sie sich für ein Pilotprojekt entschieden haben, dann sollten Sie im Rahmen dessen Inhalte identifizieren, ggf. aufarbeiten und ein Tracking-Konzept erstellen. Sie sollten Ihre Mitarbeiter dann natürlich durch Trainings befähigen Ihre Aufgabe zu erfüllen. Kleine Tipps zeigen oft eine große Wirkung und es ist überraschend, welche Kräfte diese in ihren Mitarbeitern entfalten.

Schematische Vorgehensweise Employee Advocacy

Abb. 1 Schematische Vorgehensweise Employee Advocacy

Begleiten Sie das Pilotprojekt intensiv und prüfen Sie regelmäßig den Projekterfolg. Abschließend gilt es die gesammelten Erfahrungen zu verarbeiten und dementsprechend die nächsten Schritte zu planen.

Ihr Ansprechpartner für das Thema Employee Advocacy:

Nemo Tronnier
Geschäftsführer Social DNA GmbH

n.tronnier@social-dna.de
+49 (0) 69 34873765


Die richtige Zielgruppe ansprechen!

Überraschende Wege Ihre Zielgruppe auf Social Media anzusprechen

Was denken Sie, wie viele Personen aus Ihrer Zielgruppe gerade frisch verliebt sind? Vielleicht würden Sie Ihrer Zielgruppe auch gerne ein kleines Geburtstagsgeschenk machen und einen Shop-Discount schenken? Auf Facebook und Instagram haben Sie die Möglichkeit dazu, indem Sie im Werbeanzeigenmanager verschiedene Targetingoptionen miteinander kombinieren. Auf folgendem Weg können beispielsweise Unternehmen aus der Biotechnologiebranche ihre Zielgruppe ansprechen: Lebensereignis: „Haben im Mai Geburtstag“ in Kombination mit „Arbeitet als Labortechniker“ und „Interesse an Biotechnologie“.

Aber nicht nur auf Facebook gibt es überraschende Wege ihre Zielgruppe anzusprechen. Wussten Sie, dass Sie auf Twitter einzelne Accounts „targeten“ können? Sie könnten beispielsweise Influencer aus Ihrem Bereich identifizieren und eine Liste von 20 sehr relevanten Twitter-Profilen erstellen. Wenn Sie einen echten Mehrwert für diese Zielgruppe bereitstellen und diesen aufbereiten, haben Sie die Chance relevante Multiplikatoren von ihrer Kampagne, ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung zu überzeugen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass diese Influencer ihre Inhalte auch noch an ihr eigenes Netzwerk weiterleiten. Der Clou: Mit einer derartig spitzen Zielgruppe benötigen sie lediglich ein minimales Mediabudget.

Auch auf LinkedIn bieten sich interessante Möglichkeiten ihre Zielgruppen zu erreichen. Vielleicht möchten Sie der Belegschaft eines zu akquirierenden Unternehmens ihre Marke vorstellen? Dann haben Sie die Möglichkeit über den LinkedIn Werbeanzeigenmanager alle Mitarbeiter eines bestimmten Unternehmens in ihre Zielgruppe aufzunehmen und diese mit einem Sponsored Post anzusprechen.

Diese 3 kleinen Beispiele stellen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten der verschiedenen Social Media Plattformen dar. Wir helfen Ihnen auch dabei, Retargeting und Zwillingszielgruppen in Zeiten der DSVGO einzusetzen.

Und wie erreiche ich nun Verliebte auf Facebook? Sprechen Sie mich an!

#unlockingpotentials #socialdna #admagic

Nemo Tronnier
Geschäftsführer Social DNA GmbH

n.tronnier@social-dna.de
+49 171 2134157


10 typische Fehler anderer Social Media Agenturen

Diese 10 Fehler begehen Agenturen bei Social Media Strategien

Als ich meine erste Social Media Strategie konzipierte war ich noch grün hinter den Ohren. Kurz nach Abschluss meines Studiums der Sozialwissenschaften bekam ich in meinen ersten Agenturjob, die Aufgabe eine Social Media Strategie für eine öffentliche Institution zu erstellen. Nach einem kurzen Briefingtermin durch den Marketingleiter machte ich mich an die ausführliche Recherchearbeit und wälzte jegliches Material, das mir intern und extern zur Verfügung gestellt wurde. In meinem Kopf entstand nach und nach ein Bild davon, wie sich diese Organisation in Social Media positionieren sollte. Innerhalb von zwei Wochen entstand ein 30-seitiges, sehr textlastiges Word-Dokument. Dieses sollte ich in zwei Terminen vor der Geschäftsleitung und dem Marketingteam präsentieren. Die Geschäftsleitung reagierte „wohlwollend“, ganz im Gegensatz zum Marketingteam, welches die Strategie letztendlich operativ umsetzen sollte…

„Warum wurde uns nicht Bescheid gesagt?“, „Warum wurde ich nicht befragt?“, „Wie funktioniert dieses Xing überhaupt?“, "Wer soll das denn alles lesen?“ "Dafür haben wir doch gar keine Zeit!“ waren nur einige der Aussagen, die ich mir fairerweise anhören musste.

Welche Fehler hatte ich begangen?

  1. Keine Einbeziehung der Stakeholder
  2. Kein Fokus auf die Umsetzbarkeit
  3. Das Team auf Kundenseite nicht ausreichend empowert
  4. Zu langes und kompliziertes Dokument
  5. Keine Integration in weitere Marketingmaßnahmen

 

Nach acht Jahren Berufserfahrung im Bereich Social Media Marketing und der Erstellung von etwa einem Dutzend nationaler und internationaler Social Media Strategien kann ich retrospektiv feststellen, dass der Strategieansatz nicht komplett falsch war, jedoch zwei sehr wichtige Aspekte unbeachtet blieben: Die tatsächliche Unternehmensrealität, sowie die Einbindung von Mitarbeitern und Geschäftsleitung.

Ein interessanter Kontrast; bei meiner bisher umfassendsten Social Media Strategiebegleitung dauerte der Prozess vier Monate und wir integrierten über 100 Personen aus verschiedenen Unternehmensbereichen und Tochtergesellschaften. Es entstanden mehrere Dokumente und Trainingsmodule, doch der Kern der internationalen Strategie war „lediglich“ ein visuell ansprechendes Handbuch mit zehn Seiten. Diese Organisation versteht Social Media mittlerweile als ein Teil ihrer DNA. Kaum eine Marketingkampagne wird ohne Social Media gedacht und ein messbarer Return on Investment (ROI) wurde erreicht.

Weitere Fehler bei Social Media Strategien anderer Agenturen

Neben meinen oben geschilderten Fehlern, bemerke ich häufig folgende Mängel an den Social Media Strategien anderer Agenturen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

  1. Keine Orientierung an den übergeordneten Unternehmenszielen
  2. Keine übergreifende Messbarkeit des Erfolgs
  3. Ungenügende Beschreibung der Zielgruppen sowie der Wege diese zu erreichen
  4. Kanalstrategien statt Social Media Strategien
  5. Missachtung der Social Media Realität (Organische Reichweiten werden zunehmend irrelevant)

Falls Sie sich für eine Analyse oder ein Update Ihrer bestehenden oder die Konzeption einer neuen Social Media Strategie interessieren, dann nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

In diesem Sinne #failforward #neverstop #socialdna

Nemo Tronnier
Geschäftsführer Social DNA GmbH

n.tronnier@social-dna.de
+49 171 2134157